mixxt-Benutzer haben Rechte: Privatsphäre in Communities

Von oliver am 2. September 2009 Comments(0)

Das Projekt “Verbraucherrechte in der digitalen Welt” im Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat in der letzten Woche die Webseite “Surfer haben Rechte” freigeschaltet, welche Verbraucher und Internetnutzer über Stolperfallen und Rechte im Netz aufklären möchte. Die Webseite informiert, was bei konkreten Angeboten wie Suchmaschinen, Onlinespielen, Webmaildiensten oder Sozialen Netzwerken im Hinblick auf Urheberrecht, Privatsphäre oder Vertragsrecht zu beachten ist.

In der Pressemitteilung zum Start dieser Seite erklärt Cornelia Tausch, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaftsfragen und Internationales und Leiterin des Projekts: “Daten- und Verbraucherschutz sind kein veraltetes Feature, sondern gehören zwingend zu einer sozialen Marktwirtschaft 2.0″. Unternehmen sollten dies auch als Chance begreifen, Vertrauen bei ihren Kunden zu schaffen.

Privatsphäre im globalen Dorf

Soziale Netzwerke dienen als virtueller Treffpunkt, an dem Benutzer sich mit Freunden, Bekannten oder Kollegen vernetzen, diskutieren und Inhalte austauschen. Auf “Surfer haben Rechte” vergleicht man diese Sozialen Netzwerke mit einem Dorfmarktplatz, nur dass das Dorf jetzt global und der Markt 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche verfügbar ist. Die durch diese neue Öffentlichkeit und Offenheit entstehenden Vorteile bergen allerdings auch einige Gefahren:

Viele – gerade jüngere – Benutzer fühlen sich in Sozialen Netzwerken sicher, so als bewegten sie sich im rein privaten Kreis ihrer engen Freunde, Familie oder Klassenkameraden. Oft ist ihnen nicht bewusst, dass sie vertrauliche Informationen oder Geheimnisse einem viel größeren, gar öffentlichen Kreis preisgeben. Dazu kommt, dass das Internet selten “vergisst”. Einmal veröffentlichtes Material kann kopiert und weitergegeben werden oder wird von anderen, externen Diensten gespeichert und entzieht sich damit gänzlich der Kontrolle des einzelnen Benutzers. Die Folgen dieser “gefühlten Privatheit” liegen auf der Hand: Ein schlechtes Wort über den Arbeitgeber oder über frühere Partner, ein unrühmliches Partyfoto oder ausfallende, beleidigende Kommentare – alle könnten irgendwann gegen den Benutzer verwendet werden.

Kampagnen wie “Surfer haben Rechte” oder “watch your web” zielen darauf ab, ein größeres Bewusstsein für diese Gefahren zu schaffen und die Medienkompetenz der Internetnutzer zu fördern. mixxt nimmt dies zum Anlass, die eigenen Benutzer, Kunden und Partner über den Schutz der Privatsphäre in den eigenen Communities aufzuklären.

mixxt: Privatsphäre auf Benutzer-Ebene

Beim Erstellen eines kostenlosten Benutzerkontos bei mixxt werden als persönliche Daten lediglich Vor- und Nachname, E-Mail-Adresse, Geschlecht, Land und Sprache abgefragt, weitere Angaben wie Geburtsdatum oder Stadt sind freiwillig. Außerdem müssen Datenschutzerklärung und Allgemeine Geschäftsbedingungen akzeptiert werden, die auch zur späteren Einsicht auf unserer Website bereitstehen.

mixxt-Einstellungen – Privatsphäre
In den mixxt-Einstellungen findet sich das Menü “Privatsphäre”, hier lassen sich sehr fein granulierbare Einstellungen vornehmen und Schräubchen justieren:

Privatsphaere-Profil

Jeder Benutzer kann bei mixxt frei entscheiden, ob nur Freunde/Kontakte im Netzwerk, nur Mitglieder des Netzwerkes, jeder Internetnutzer oder überhaupt niemand bestimmte Angaben einsehen darf:

  • Wer darf Deine Profildaten sehen?
  • Wer darf Deine letzten Aktivitäten auf Deinem Profil sehen?
  • Wer darf sehen, mit wem Du befreundet bist?
  • Wer darf Deine Pinnwand sehen?
  • Wer darf auf Deine Pinnwand schreiben?
  • Darf Dein Profil in Suchmaschinen zu sehen sein?
  • Wer darf Dir Nachrichten schreiben?
  • Wer darf Deinen Online-Status sehen?
  • Möchtest Du Fußspuren sehen und hinterlassen?
  • Möchtest Du auf der mixxt-Startseite und/oder außerhalb von mixxt z.B. in Widgets und kleinen Übersichten angezeigt werden?

Die Verantwortung der Benutzer
Trotz dieser technischen Vorsichtsmaßnahmen liegt es an den Benutzern selber, wie weit sie in ihrer Selbstdarstellung gehen, was sie von sich preisgeben möchten. Müssen wirklich alle Freunde/Kontakte über die neueste Beziehungskiste oder die letzte Betriebsfeier Bescheid wissen?

mixxt bietet außerdem die Möglichkeit, innerhalb der Netzwerke über eine verschlüsselte Verbindung per zu Hypertext Transfer Protocol Secure (HTTPS) zu kommunizieren. Dazu genügt es, das http:// in http://deinnetzwerk.mixxt.de um ein s zu https:// zu erweitern.

All diese Sicherheitsvorkehrungen sind natürlich nur wirksam, wenn kein Unbefugter Zugang zum Benutzerkonto erlangt. Benutzer sollten sich demnach vor allem auf fremden oder öffentlichen Rechnern (z.B. in der Schule oder Universität, im Internetcafé oder bei Freunden) nach Benutzung von mixxt stets ordnungsgemäß aus ihrem Konto ausloggen, ein sicheres Passwort wählen und dieses selbstverständlich nicht weitergeben.

Informationelle Selbstbestimmung
Jeder Benutzer hat das Recht, seine Registrierung bei mixxt zu widerrufen und kann die Löschung des Benutzerzugangs in den mixxt-Einstellungen selber vornehmen. Alle Daten werden gelöscht, es sei denn es bestehen gesetzliche Aufbewahrungspflichten. Im letzten Fall werden die Daten für eine weitere Verwendung gesperrt. Auf Verlangen gibt mixxt außerdem gerne Auskunft über die Daten, die unter dem eigenen Benutzernamen gespeichert sind.

mixxt: Privatsphäre auf Netzwerk-Ebene

Die Anzeige von Inhalten hängt neben den Benutzereinstellungen auch von den Privatsphäre-Einstellungen der Netzwerke ab. Zunächst entscheidet der Gründer des Netzwerkes, ob sein Netzwerk öffentlich sichtbar oder privat sein soll. Alle weiteren Einstellungen sind im Menü “Privatsphäre” in der Netzwerk-Administration zu konfigurieren.

privatsphaere-allgemein

Hier lassen sich neben den allgemeinen Netzwerkeinstellungen wie

  • Wer darf dem Netzwerk beitreten?
  • Dürfen Mitglieder andere einladen?
  • Wer darf fremde Pinnwandeinträge löschen?
  • Was dürfen nicht-Mitglieder sehen?
  • Dürfen Suchmaschinen das Netzwerk durchsuchen?

auch die Schreib- und Leseberechtigungen für die einzelnen Module festlegen, hier am Beispiel des Forums aufgeführt:

  • Wer darf Forenbeiträge lesen?
  • Wer darf neue Themen und Beiträge veröffentlichen?
  • Wer darf Kategorien bearbeiten?
  • Wer darf fremde Einträge editieren und/oder löschen?

Leseberechtigungen können entweder alle Internetnutzer (also auch jeder ohne mixxt-Konto), nur Mitglieder oder nur Admins und Moderatoren haben, schreiben dürfen nur Mitglieder oder Admins/Moderatoren und editieren oder moderieren entweder nur Admins oder auch Moderatoren.

Diese Feinabstimmung erlaubt dem Netzwerkgründer eine sehr genaue Kontrolle über die Freigabe der Inhalte und Daten seiner Nutzer. Für ein öffentliches BarCamp/Event-Netzwerk ist es der Sache zuträglicher, die Inhalte auch für Externe sichtbar zu machen. Private Familien-/Freundenetzwerk oder Ratgebernetzwerke zu Krankheiten oder Vorlieben sind möglicherweise besser bedient, wenn sie ihre Inhalte nur einem klar definierten Personenkreis zugänglich machen.

Werbung bei mixxt?

Fehlanzeige! Anders als bei anderen Anbietern beruht unser Geschäftsmodell nicht auf einer Werbefinanzierung. mixxt verdient zu großen Teilen an den Unternehmenslösungen, also den White Label Community-Lösungen. Der erste Kunde ging im Juni 2008 online und seitdem setzen eine Vielzahl an weiteren Communities auf die mixxt-Technologie. In Zukunft wird es auf der Plattform mixxt.de zusätzliche Premium-Funktionen geben, die für geringe monatliche Beträge weitere Funktionalität und Möglichkeiten bieten.

Die Daten unserer Nutzer werden also nicht für zielgerichtete Werbung verwendet und von uns keinesfalls an unberechtigte Dritte weitergegeben. Näheres dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Checkliste Soziale Netzwerke

Der vzbv stellt “die wichtigsten Verhaltensregeln in sozialen Netzwerken schwarz auf weiß” in Form einer Checkliste (PDF) vor. Wer nach der Lektüre dieses Artikels auf Nummer sicher gehen möchte, kann hier sein Onlineverhalten im Hinblick auf den Schutz der eigenen Privatsphäre prüfen.

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